Grissi

Du betrachtest gerade Grissi

Im Juli 2006 wurdest Du mit Deinen beiden Brüdern Ginger und Dr. Kimble gefunden und bist in die Obhut von KIS Ruhr gekommen.

Zusammen mit Deinem Bruder Dr. Kimble hast Du ein paar Monate auf einer Pflegestelle verbracht. Aber Ihr beiden wolltet einfach nicht zahm werden. Daher musstet Ihr Euch im Oktober 2006 von einander trennen. Du bist dann auf eine Pflegestelle nach Dortmund gezogen.

Anfangs war es für Dich dort schwer. Du hast Deinen Bruder vermisst, Du hattest ganz dolle Angst, hast niemanden an Dich ran gelassen – und sogar andere Katzen angefaucht. Aber nach einiger Zeit fandest Du zumindest schon mal das Bett in der Pflegestelle ganz toll.

Andere Katzen hast Du immer geliebt. So hast Du dann auch Freundschaften in der Pflegestelle gefunden. Und dadurch hast Du dann auch zu Deinen Pflegeeltern ein wenig Vertrauen gefasst. Am 05.01.2007 konntest Du dann zusammen mit einer anderen Katze auf eine – vermeintliche – Endstelle umziehen.

Was ist dann passiert?

Niemand wird es jemals so genau sagen können. Anfang Februar 2007 erreichte uns die Nachricht, dass man Dich zurück geben wollte. Es hieß, die zweite Katze wäre sehr eifersüchtig und würde Dich so mobben, dass Du nur unter der Couch sitzen würdest. Wir haben Dich dann abgeholt und Du wurdest zunächst zur Kastration zu unserer Tierärztin gebracht. Die stellte bei der OP fest, dass Du einerseits heftige äußerliche Hämatome am Bauch – und andererseits innerlich Nierenquetschungen und ebenfalls Hämatome hattest. Woher diese Verletzungen kamen, kann kein Mensch sagen – das wird immer Dein Geheimnis bleiben.

Alle Menschen, denen Du am Herzen lagst, haben noch alles versucht, um Dir zu helfen. Aber Du wolltest wohl nicht mehr. Am Abend des 08. Februar 2007 bist Du ins Regenbogenland gegangen. Aber Du durftest dort sterben, wo Du in Sicherheit warst – auf Deiner Pflegestelle.

Liebe Grissi, dort, wo Du jetzt bist, wird es Dir besser gehen. Du musst nie wieder Angst haben, nie wieder Schmerzen erleiden und vielleicht hat Dich ja Deinen Mama dort schon erwartet. Wir werden Dich immer in unseren Herzen tragen und Dich niemals vergessen.

Zum Abschied nur für Grissi

Meinst Du, es ist der richtige Zeitpunkt?
Darf ich den schmerzerfüllten Tagen und
unendlichen einsamen Nächten Lebewohl sagen?
Ich habe gelebt, so gut ich es konnte,
habe versucht, ein Beispiel zu geben.
Kann ich nun diesen letzten Schritt wagen
und meine Seele freilassen?
Ich wollte zunächst nicht gehen,
habe mich mit aller Macht dagegen gewehrt.
Irgendetwas zieht mich jedoch hin
zu einem warmen, lebendigen Licht.
Ich will gehen, glaube es mir. Es ist schwierig, hierzubleiben.
Ich versuche jedoch, so gut ich kann, noch einen Tag zu leben,
damit Du Dich um mich kümmern kannst und ich Deine Liebe und Deine Angst teilen kann.
Ich weiß, dass Du traurig bist und Dich fürchtest,
denn ich sehe Deine Tränen.
Ich verspreche Dir, ich werde nicht weit weg sein,
und ich hoffe, Du denkst immer daran, dass meine Seele immer bei Dir ist, ganz gleich, wohin Du gehst.

Danke, dass Du mich liebst. Du weißt, ich liebe Dich auch;
deshalb ist es so schwer, Lebewohl zu sagen und dieses Leben mit Dir zu beenden.
Nimm mich einfach nochmals in Deine Arme;
ich möchte hören, wie Du sagst, dass Du mich heute gehen läßt, weil Du mich so lieb hast.

Susan A. Jackson ins Deutsche übersetzt von Judith Wiedemann