Immer wieder wenden sich schwangere Frauen an uns deren Arzt dazu rät, die vorhandene Katze abzugeben. Hier gibt es einige Informationen zur Toxoplasmose mit dem besonderen Hinweis, dass eine Infektion nicht nur über Katzenkot (von infizierten Katzen), sondern auch über bestimmte Lebensmittel erfolgen kann.
Befolgt man einige einfache Hygienevorschriften, besteht n.u.E. keine Gefahr für das Ungeborene und einem späteren Zusammenleben von Kind und Katze steht nichts im Wege!

Warum sollte ich während der Schwangerschaft nicht die Katzentoilette reinigen?
In Katzenkot kann ein Parasit enthalten sein, der Toxoplasmose verursacht. Das ist eine Infektion, die zwar Ihnen nicht gefährlich werden kann, aber Ihrem ungeborenen Kind. Die größte Ansteckungsquelle ist allerdings der Genuss von rohem oder nicht garem Fleisch, aber Katzenkot stellt ebenfalls ein Risiko dar.

Glücklicherweise sind die Chancen, sich während der Schwangerschaft mit Toxoplasmose zu infizieren, gering: Lediglich 0,2 Prozent der Schwangeren sind davon betroffen. Etwa 40 Prozent aller Schwangeren haben bereits Antikörper durch eine frühere Infektion ausgebildet. Wenn Sie schon länger eine Katze haben, dann waren sie dieser Infektion möglicherweise schon ausgesetzt (obwohl Sie es gar nicht bemerkt haben) und sind deshalb immun.

Welche Symptome hat Toxoplasmose?
Bei Erwachsenen sind die Symptome recht unauffällig. Sie beinhalten geschwollene Lymphknoten im Nackenbereich, Kopf- und Muskelschmerzen, Müdigkeit und allgemeine, grippeähnliche Symptome. In der Regel treten sie zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung auf. Bei manchen Erwachsenen zeigen sich gar keine Symptome.

Die Auswirkungen auf das Kind im Mutterleib sind unterschiedlich, abhängig davon, zu welchem Zeitpunkt in der Schwangerschaft Sie sich infiziert haben. Je früher in der Schwangerschaft ein Kind infiziert wird, desto größer kann der Schaden sein. Eine Infektion kann zu einer Fehl- oder Totgeburt führen. Möglich sind auch Schädigungen an den Augen oder anderen Organen. Die meisten Kinder, die mit Toxoplasmose geboren werden, haben keine Anzeichen von Schädigungen bei der Geburt, entwickeln aber in der Kindheit oder auch erst als Erwachsene typische Anzeichen wie Augenschäden.

Wie kann ich herausfinden, ob ich infiziert bin?
Eine Untersuchung auf Toxoplasmose gehört nicht standardmäßig zur Mutterschaftsvorsorge. Wenn Sie jedoch besorgt sind, dass Sie sich infiziert haben, dann bitten Sie Ihren Frauenarzt eine Blutuntersuchung durchzuführen. Sie klärt, ob Sie immun sind oder nicht. Haben Sie keine Antikörper gegen Toxoplasmose gebildet, dann sind Sie auch nicht immun. Finden sich Antikörper in Ihrem Blut, dann könnte das entweder an einer zurückliegenden Infektion liegen und es bedeutet, Sie sind immun – oder es bedeutet, Sie haben sich infiziert und bedürfen jetzt einer Behandlung.

Ist das Ergebnis der Blutuntersuchung negativ und zeigt keine Antikörper, können Sie den Test alle vier bis sechs Wochen wiederholen lassen. Fällt die Untersuchung dann irgendwann positiv aus, bedeutet das, Sie haben sich infiziert. Die Behandlung beinhaltet die Einnahme spezieller Antibiotika über mehrere Monate hinweg. Dadurch wird das Risiko einer Infektion für Ihr Baby deutlich gesenkt.

Sie können auch testen lassen, ob Ihr Ungeborenes infiziert ist. Allerdings sagt der Test nichts darüber aus, wie schwerwiegend die Schädigungen sind, wenn eine Infektion vorliegt. Für die Untersuchung wird eine Blutprobe Ihres Kindes aus der Nabelschnur entnommen oder eine Fruchtwasserprobe gemacht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind jedoch nicht hundertprozentig zuverlässig. Babys können auch nach der Geburt getestet werden. Wenn Ihr Kind Anzeichen einer Infektion aufweist, wird es mit Antibiotika behandelt.

Wie kann ich eine Infektion vermeiden?

  • Da der Parasit in rohem oder nicht garem Fleisch sein kann, achten Sie darauf, dass Sie nur gut durchgekochtes Fleisch essen. Wenn Sie rohes Fleisch verarbeiten, waschen Sie sich hinterher gründlich die Hände.
  • Wenn Sie im Garten arbeiten, sollten Sie Handschuhe tragen und anschließend Ihre Hände waschen, für den Fall, dass Sie durch die Erde in Kontakt mit Katzenkot kommen.
  • Wenn Sie eine Katze haben, waschen Sie sich immer gründlich die Hände, nachdem Sie mit ihr gespielt haben. Tragen Sie Handschuhe, wenn Sie die Katzentoilette reinigen und waschen Sie hinterher Ihre Hände. Wenn es möglich ist, lassen Sie jemand anderen die Katzentoilette reinigen, solange Sie schwanger sind. Reinigen Sie die Katzentoilette täglich und sterilisieren Sie sie anschließend, indem sie kochendes Wasser hineinschütten und es für fünf Minuten stehen lassen.
  • Decken Sie den Sandkasten im Garten ab, um Katzen davon abzuhalten, diesen als Toilette zu benutzen.

Wenn Sie die oben genannten Vorsichtsmaßnahmen befolgen, können Sie sicher sein, sich nicht bei Ihrer Katze anzustecken, sogar wenn sie infiziert ist. Sollten Sie sich immer noch Sorgen machen, könnten Sie Ihre Katze vom Tierarzt auf Toxoplasmose untersuchen lassen. Fällt der Test positiv aus, könnten Sie die Katze für sechs Wochen in eine Katzenpension geben, bis sie nicht mehr ansteckend ist.

(Quelle: http://www.babycenter.de/)

Weitere, ausführliche medizinische Informationen des Robert-Koch-Instituts gibt es hier:

http://www.rki.de/