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Schlaflos in Herne – Die Geschichte von Jonny, Hermann und Crash

Am 09.04.2017 ging ein Anruf aus Obercastrop bei uns ein:

„Hier liegt ein Eichhörnchen Baby in unserer Einfahrt und wir wissen nicht was wir machen sollen!“
Also fuhren wir raus um das leblose, unterkühlte, kleine Wesen mit blutverschmiertem Schnäuzchen in unsere Obhut zu nehmen.

Nach der tierärztlichen Vorstellung, räumten wir uns etwas größere Chancen ein es vielleicht doch durchzukriegen. Obwohl es durch den Sturz ein schweres Trauma hatte und ziemlich dehydriert war, zeigte der Kleine Jonny wieder etwas mehr Lebensgeister.

Direkt nach dem Tierarztbesuch eilten wir noch in den Fressnapf nach Castrop um kurz vor Ladenschluss noch Aufzuchtmilch zu besorgen.

Die Verkäuferin dort staunte nicht schlecht als wir ihr erzählten, dass wir diese für ein Eichhörnchen benötigen. Dann erzählte sie uns, dass vor einigen Tagen im Laden ein Sturzhörnchen durch einen Kunden abgegeben worden sei und die Verkäuferin es nun immer mit zur Arbeit nimmt um es regelmäßig füttern zu können.

Jonny (unser Findling) äußerte nach einigen Tagen den Wunsch nach Gesellschaft. Auch wir waren der Meinung, dass es viel besser wäre, wenn Jonny nicht alleine sei.

So versuchten wir die Verkäuferin aus dem „Fressnapf“ davon zu überzeugen uns ihr Hörnchen zu überlassen, um es mit Jonny zu vergesellschaften.

Diese willigte trotz Trennungsschmerz sofort ein und brachte uns ihren Schützling „Hermann“ vorbei um sich auch von den Haltungsbedingungen zu überzeugen.

Hörnchen Hermann hatte noch einige Zeit Probleme mit hartnäckigem Durchfall, den wir aber dann schnell in den Griff bekamen.

Die beiden waren überglücklich nun nicht mehr allein zu sein und genossen ihre Kuschelzeiten zu zweit.

In der Pflegestelle vergingen nun einige Wochen der schlaflosen Nächte, da die kleinen Babys noch alle zwei bis drei Stunden mit einer Spritze gefüttert werden mussten. Im Anschluss daran stand minutenlanges Bäuchlein reiben um die Verdauung anzuregen und zum Harnabsatz mussten die Hörnchen dann auch noch animiert werden.

Tage später war die Pflegemutter mit ihrem Hund wegen einer verletzten Kralle beim Tierarzt und erzählte unter anderem auch von ihren „süßen Gästen“.

Diese Information nahm der Tierarzt zum Anlass wenige Tage später anzurufen um ein drittes Hörnchen zu Vermitteln.

„Crash“ das dritte Hörnchen wurde von zwei Findern aus Ickern zum Tierarzt gebracht und nach eingehender Untersuchung sollte nun auch dieses Tier ein neues Zuhause finden.

Im Verlauf der nächsten Tage stellte sich jedoch nun heraus, dass das letzte Hörnchenmädchen am schlimmsten dran war. Es hatte einen stark geschwollenen Kopf, ein lädiertes Auge, weinte die erste Nacht regelrecht und musste immerzu niesen was jedoch dem Sturz zuzuschreiben war. Fressen wollte es auch nicht. Es folgten noch einige Tierarztbesuche in den darauffolgenden Tagen und Gott sei Dank schlugen die Medikamente sehr schnell an und es ging ihr immer besser.

Am 22.05.2017 konnten alle drei Sorgenkinder in eine Auswilderungsvoliere übergeben werden. In einer liebevoll hergerichteten Außenvoliere im „Grünen“ werden die kleinen Racker wieder vom Menschen entwöhnt und auf ein Leben in Freiheit vorbereitet.

Sie verbleiben dort nun bis sie etwa ein halbes Jahr alt sind und können dann den Weg in die endgültige Freiheit gehen.

Viel Glück ihr kleinen süßen Fellwesen
Eure Pflegemama